Einsatzhärten oder Nitrieren?

Ziel des Einsatzhärtens ist es (wie beim Nitrieren) einen weicher und zäher Kern bei gleichzeitig harter Oberfläche des Werkstoffs zu erhalten. Die Randschicht des Werkstücks wird beim Einsatzhärten in einem geeigneten Aufkohlungsmedium mit Kohlenstoff angereichert. Nach der Aufkohlung ( 880 – 950 °C) wird gehärtet und angelassen. Die Aufkohlungstiefen liegen zwischen 0,1 und 4,0 mm. Durch das Härten ist der Verzug verfahrensbedingt größer als nach dem Nitrieren.

Unterschiede zum Nitrieren:

– für das Einsatzhärten sind spezielle Stähle notwendig
– bedingt durch das Härten (schnelles Abkühlen) ist der Verzug größer als beim Nitrieren
– es werden größere Einhärtetiefen erreicht
– bei geringen Einhärtetiefen sind die Streuungen in der Härtetiefe größer als beim Nitrieren
– die Einhärtungstiefe ist nach dem Einsatzhärten anders definiert als beim Nitrieren

 

Unter Einhärtungstiefe (CHD) versteht man den senkrechten Abstand von der Oberfläche eines Werkstücks bis zu einer definierten Härte (Vickershärte HV1 = 550). Andere Prüfkräfte und Grenzwerte dürfen nach Vereinbarung angewendet werden.

Was muss man beachten, wenn man statt Einsatzhärten Nitrieren möchte?

– auf eine Nacharbeit (z.B. Schleifen) kann verzichtet werden
– ggf. einen anderen Werkstoff auswählen um die geforderten Eigenschaften zu erreichen
– Überprüfung der Vorschrift zur Härtetiefe, eine CHD kann nicht 1:1 in eine NHD übertragen werden