Wie dick soll eine Verbindungsschicht sein?

Das Verhalten nitrierter Bauteile gegenüber tribologischen, chemischen und elektrochemischen Beanspruchungen wird vor allem durch den Aufbau der Verbindungsschicht bestimmt, ihr Verhalten gegenüber zyklischen, mechanischen und thermischen Beanspruchungen hauptsächlich durch den Aufbau der Diffusionsschicht. [1]

Mit zunehmender Dicke der Verbindungsschicht sinkt deren Duktilität. Berücksichtigt werden sollte bei der Festlegung der Verbindungsschichtdicke ebenfalls der Aufbau der Verbindungsschicht. Ein ausgeprägter Porensaum weist nur einen geringen Verschleißwiderstand auf. Dünnere dichte kompakte Schichten sind somit dickeren, porösen Schichten im Verschleißwiderstand oft überlegen.

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Verschleißwiderstand der Verbindungsschicht [2]

Dünnere Verbindungsschichten benötigen eine kürzere Behandlungsdauer und sind somit kostengünstiger zu erzeugen. Die damit verbundene geringere Nitrierhärtetiefe führt zu einem besseren Maß- und Formänderungsverhalten.

[1] Liedtke, Dieter:
Wärmebehandlung von Eisenwerkstoffen, II:
Nitrieren und Nitrocarburieren
Unter Mitarbeit von 6 Ko-Autoren 6., durchges. Aufl. 2014, 346 S., 241 Abb., 28 Tab. (K&S, 686) Kt.

[2] Hoffmann, F.; Bujak, I.; Mayr, P.; Löffelbein, B.; Gienau, M.; Habig, K.-H.
Verschleißwiderstand nitrierter und nitrocarburierter Stähle
Härterei-Techn. Mitt. 52 (1997) 6, S. 376 – 386